In diesem Moment eilte Rosa Martínez mit sichtbarer Nervosität auf ihre Tochter zu. Ihre Hände waren von der täglichen Arbeit gezeichnet, ihre Schürze trug noch Spuren des Vormittags, und dennoch galt ihre größte Sorge nicht sich selbst, sondern dem Mut ihrer Tochter.
„Camila, bitte“, sagte sie leise.
„Du solltest das nicht tun.“
Doch Camila schüttelte nur den Kopf.
„Meine Mama jeden Tag hier. Sie macht die Zimmer sauber, kümmert sich um die Wäsche und hilft in der Küche, wenn Gäste kommen. Sie geht aus dem Haus, bevor ich zur Schule gehe, und kommt oft erst zurück, wenn ich schon fast schlafe. Trotzdem reicht unser Geld seit Monaten nicht mehr aus.“
Rodrigo hörte aufmerksam zu. Mit jedem Satz verschwand die Selbstverständlichkeit, mit der er dieses Haus bislang betrachtet hatte.
„Was meinst du damit?“, fragte er ruhig.
Camila holte tief Luft.
Als ein mutiges Mädchen das Schweigen brach, kam eine lange verborgene Wahrheit ans Licht

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