Drei Wochen arbeitete Colette inzwischen im Murphy’s Diner. Die Uniform war ihr zu groß, die langen Schichten waren ungewohnt, und trotzdem schien sie jeden Morgen pünktlich. Eigentlich hatte sie sich ihr Leben mit 60 ganz anders vorgestellt.
Nach vielen gemeinsamen Jahren hatten sie geglaubt, später von ihren Ersparnissen leben und mehr Zeit mit ihren Enkelkindern verbringen zu können. Doch nach einer schweren familiären Zeit hatten Carlton und Rebecca sie überzeugt, Dokumente zu unterschreiben.
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„Mama, wir helfen dir damit. So wird später alles einfacher.“
Colette hatte ihre Kinder vertraut. Erst danach verstand sie, dass die Unterlagen weitreichende Folgen für ihr Haus, ihre Ersparnisse und ihre finanzielle Unabhängigkeit hatten. Carlton wohnte inzwischen mit seiner Familie in ihrem früheren Haus, während Colette in einer kleinen Wohnung lebte und im Diner arbeitete.
Trotzdem versuchte sie, nach vorne zu schauen.
Eines Mittags bemerkte sie einen älteren Mann am Tisch neben dem Fenster. Er hatte silbernes Haar, trug schlichte Kleidung und bestellte lediglich Toast und Kaffee. Beim Bezahlen zählte er sorgfältig seine Münzen.
Am nächsten Tag kam er wieder.
